SCHNEE - Visual Snow Storm Regulations

2008 | Room Installation | Mixed Media

Die multimediale Installation SCHNEE ist ein Labor visueller Zerlegung. Fruhauf versucht, die BetrachterInnen in ihren sicher scheinenden Formen von Weltkonstruktion zu irritieren und zu zeigen, dass jede Ordnung nur ein Möglichkeit von unendlich vielen darstellt.

Als Ansatz für seine Umordnung in der Unordnung dient das maschinell organisierte Chaos, das früher nach Sendeschluss als "Schneesturm" im Fernseher zu sehen war. Mit nahezu wissenschaftlicher Methodik bearbeitet er das Bildmaterial, um die im Kino verborgenen Mechanismen und auch außerfilmisch relevanten Vorgänge einer Bewegtbild-Maschinerie sichtbar zu machen. (OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich)

The multimedia installation SCHNEE is a laboratory of visual dissections. Fruhauf attempts to irritate the viewers in their seemingly certain forms of constructing the world and to show that every order is only one possibility among endlessly many others.

The starting point for his re-ordering of disorder is th machine organized chaos that used to be seen as a "snow storm" on television when broadcasting ended. He manipulates the image material with an almost scientific methodology to reveal the mechanisms of a moving image machinery that is hidden in the cinema. (OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich)


Umordnung der Unordnung

 

Galerie der Stadt Wels: Was passiert, wenn sich ein Experimentalfilmer auf die Fersen der Entropie begibt

 

Was passiert, wenn sich ein Experimentalfilmer auf die Fersen der Entropie begibt, ist in der Galerie der Stadt Wels derzeit als Auswahl an Arbeiten Siegfried A. Fruhaufs zu sehen.

Dem einstigen Rauschen der Flimmerkisten nach Sendeschluss entlehnt, läuft die Ausstellung unter dem Titel schnee und steht, fein säuberlich auf schlichten Hochtischen präsentiert, ganz im Zeichen der Bilderzerlegung und deren Neuanordnung.

Das dies nicht nur streng formal, sondern ebenso poetisch geschieht, wird etwa in den "One-second-horizons" deutlich. In vermeintlich statischen Landschaftsaufnahmen wird Vogel- und Wolkenflug sichtbar, wenn 25 Bilder pro Sekunde räumlich zerlegt werden.

Augenzwinkerndes formt Fruhauf aus verschiedenen digitalen Mona-Lisa-Porträts aus dem Internet in seinem "Mona-Lisa-Püree", das Farbabweichungen segmentiert und zum teigigen Flimmern überlagert.

Zu sehen ist auch das filmische Frühwerk "La Sortie", eine Bearbeitung der ersten bewegten Bilder der Brüder Lumière.

In nahezu abstrakt flächige Monochromie getaucht, beschleunigt sich die Bildfolge bis zum maximalen Flimmern, das als Parabel auf die industrielle Entwicklung zugleich den Stillstand bedeutet.

Wie bei anderen Exponaten auch hier wunderbar ergänzend: die zugehörigen Kaderpläne als pingelige Drehbücher.

(wos, DER STANDARD/printausgabe, 13.08.2008)

 

http://derstandard.at/1218533877599/Umordnung-der-Unordnung

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